UniCul - United Cultures

  • Case Studies
  • Schule
  • Unterrichtsentwicklung
  • Lehrende
  • Motivation
  • Förderung/Individualisierung

von Ulrike Gemein

Hennef (Deutschland) - Bamako (Mali) - Aktobe (Kasachstan)

Verwendete Werkzeuge aus Fronter: 

  • Erstellen eines Raumes mit einer Startseite
  • Hochladen von Dokumenten

Das ist auch schon alles ;-)

Unicul ist eine von Lehrern geleitete Online-Initiative, die die interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Schülern (Grund- und weiterführende Schulen) auf der ganzen Welt fördert. Ein Beispiel für die Arbeit von UniCul ist ein Projekt, bei dem Schüler aus Deutschland, Mali und Kasachstan online über Fronter in Verbindung stehen, um sich gemeinsam für die jeweils landestypische Geographie, Schule und Kultur zu begeistern. Bei diesem Projekt ging es insbesondere auch darum, eine fremde Sprache zu erlernen. Die Gruppe korrespondierte ausschließlich auf Deutsch.

Studenten der Inititiative aus dem letzten Jahr:

Unicul _01

Unicul _02

Kinder Unicul3

Von oben nach unten: Aktobe, Kazakhstan; Hennef, Deutschland; Bamako, Mali

Die UniCul Schüler und Lehrer treffen sich in einem gemeinsamen Fronter-Arbeitsbereich, um sich gegenseitig vorzustellen und danach themenbezogen in einer Gruppe zusammenzuarbeiten.

Dies ist die gemeinsame Fronter-Startseite:

Unicul Startseite

 Hier einige Fotos und Briefe der Schüler:

Unicul Schulleiter

Uni Cul Lebensmittel

Ein Brief eines Fünftklässlers aus Kasachstan, der die Speisen, Hobbies, Schule und Feste seines Landes mit denen in Deutschland vergleicht.

Die Geschichte von UniCul

UniCul startete im Jahr 2006 nach einem erfolgreichen E-Mail Austausch-Projekt zwischen einer Grundschule in Deutschland mit einer weiterführenden Schule in Kasachstan und einer Grundschule in den Vereinigten Staaten. Als erster Ansatz wurde eine Webseite mit Aufsätzen zu bestimmten, gemeinsamen Themen von Schülern aus den drei Schulen veröffentlicht, wie z.B. "Muttertag" oder "Mein Geburtstag". Die Webseite stand in drei verschiedenen Sprachen zur Verfügung: Englisch, Russisch und Deutsch. So konnten die teilnehmenden Schüler jeweils die Beiträge der anderen Schüler lesen und verstehen und auch ihre eigenen Beiträge konnten von vielen gelesen werden. Das Hin- und Herwechseln zwischen den Sprachen ermöglichte den Schülern eine weitere Sprache zu erlernen.

Die Entwicklung und Pflege einer eigenen Webseite bot uns erhebliche Kontrolle über das Look and Feel der Webseite, beschränkte die Schüler aber auf den Austausch von E-Mails auf bereits veröffentlichte Aufsätze, anstatt "live" über die Webseite zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus musste vor der Veröffentlichung alles in mehrere Sprachen übersetzt werden. Es kostete viel Anstrengung mit all den Einreichungen der Schüler mitzuhalten. Das Projekt war jedoch erfolgreich und gewann internationale Auszeichnungen und Aufmerksamkeit. Es war auch Thema einer Diplomarbeit über Lernpartnerschaften via Internet an der Universität Wien (Milica Veljanovska), http://othes.univie.ac.at/7235/1/2009-10-13_0509265.pdf (in Deutsch).

Unsere Arbeit mit Fronter

UniCul migrierte 2010 nach Fronter. Fronter bot uns eine geschützte Umgebung, in der die Schüler "live" persönliche Informationen austauschen konnten, wie zum Beispiel ihre jeweiligen Hobbys, Lieblingsspeisen, die Namen von Geschwistern und Gewohnheiten. Glücklicherweise hatten auch die beiden außerhalb Deutschlands beteiligten Schulen - Mali und Kasachstan - Interesse an einer Zusammenarbeit ausschließlich in deutscher Sprache, um so die Deutschkenntnisse ihrer Schüler zu vertiefen. Dieser Ansatz ließ sich gut mit Fronters Hauptvorteil verbinden: eine gemeinsame Lernumgebung für die Live-Zusammenarbeit. Dadurch dass der Schwerpunkt jetzt auf die deutsche Sprache gerichtet war, mussten wir als deutsche Muttersprachler unsere Briefe sehr sorgfältig formulieren, damit die Schüler aus Mali und Kasachstan davon profitieren konnten. Die muttersprachlichen Schüler betrachteten sich als "Lehrer" und in nicht geringem Maße als Botschafter der deutschen Sprache.

Der Veröffentlichungsprozess war zeitaufwendig. Dies baute Bewusstsein unter den Pädagogen und Eltern unserer Initiative auf, und löste so manche Anfragen aus der Presse aus. Das Projekt wurde auch als Podcast im deutschen Radio (Radio Bonn/Rhein Sieg) etabliert.

Zusätzlich zum Austausch von Aufsätzen über gemeinsame Themen, arbeiten die Schüler auch in vielen speziellen Projekten zusammen. Bei einem dieser Projekte lernten die Schüler Lieder aus den Ländern der anderen beteiligten Schulen in der jeweiligen anderen Sprache, zeichneten diese als MP3-Dateien auf, luden sie in Fronter hoch und tauschten sich so aus. In einem anderen Projekt führten die Schulen jeweils ein Theaterstück aus dem anderen Land für Schüler aus diesem Land auf. Die Studenten aus Hennef, Deutschland, spielten "Little Carrot", ein russisches Märchen, für die Studenten in Aktobe und die Studenten aus Aktobe spielten "Heinzelmännchen", eine Geschichte über schelmische Wesen, für die Schüler in Hennef. Die Schüler vom Publikumsland halfen den aufführenden Schülern bei der Vorbereitung durch den Austausch von Bildern, Tonaufnahmen und Textproben über den Fronter Arbeitsbereich.

Uni Cul Heinzelmännchen 1 Uni Cul Heinzelmännchen 2

 

Ziele

UniCul erfüllt viele Richtlinien und Anforderungen des Lehrplans unserer jeweiligen Schulen in einer Weise, wie es vorher nicht machbar gewesen wäre.

• Pflegen von Offenheit, Verständnis und Toleranz gegenüber anderen, vor allem gegenüber Schülern, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen.

• Entwickeln des Bewusstseins der Schüler für ihre eigene, kulturelle Identität und die Identität des anderen.

• Fördern interkultureller Neugier.

• Entwickeln und Erkennen von Kommunikationsfähigkeiten, insbesondere Schreibfähigkeiten.

• Stärken Sie die Selbstreflexion mit dem Internet als Medium.

• Beschäftigen Sie sich mit umgangssprachlichen Begriffen  aus der fremden Kultur, wie sie z. B. in Volksliedern verwendet werden.

• Stärken des Selbstbewusstseins der Schülern an ihrer Schule, deren Muttersprache allerdings eine andere ist, wie zum Beispiel Russisch, indem sie für dieses Land, wie z.B. Kasachstan, echte Achtung und Neugier zeigen.

Fazit

Wie bei jedem Kooperationsprojekt, gibt es Momente, die einem Lehrer das Herz erwärmen. Wir beobachteten täglich, wie die Schüler sich auf die Zusammenarbeit in Fronter freuten und regelrecht danach verlangten. Wir sehen, wie es das individuelle Verhalten beeinflusst. Ich beobachtete ein ansonsten relativ ruhiges Kind, das sich im Klassenzimmer noch nie an einer Diskussion beteiligt hatte, wie es seine Durchsetzungsfähigkeit entdeckte, als die Klasse ein russisches Lied einstudieren sollte. "Du musst dieses Wort mit einem zusätzlichen S aussprechen!" , rief sie. Ein anderer Schüler schlug vor, "Ich denke, du solltest die unterschiedliche Bedeutung an dem Beispiel "Kamelle" erklären", als Reaktion auf einen Aufsatz über Karneval. Er war wiederum viel vorsichtiger beim Vorbringen seiner eigenen Gedanken. Schließlich platzte ein Schüler heraus: "Schau, das ist eine Jurte!" beim Anblick eines Fotos in einer Zeitung, was bewies, dass er sich etwas gemerkt hatte, was er Monate zuvor von einem Schüler in Aktobe über Naurys, das kazachische Neujahrsfest, gelernt hatte. Wir sind immer noch in der Entwicklung von UniCul, sind aber mit den Ergebnissen bisher sehr zufrieden.

Über den Autor

ImageUlrike Gemein
Schule

GGS Gartenstraße, Hennef

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